Ratgeber: Xylit – wie gesund ist der Zuckerersatz wirklich?

Wer auf Industriezucker verzichten möchte, greift heutzutage einfach zu verschiedenen Süßungsmitteln wie Aspartam, Stevia oder auch Xylit. Bei Letzterem handelt es sich um den zuckerfreien Austauschstoff Birkenzucker, der wie Zucker aussieht, doch im Körper ganz anders wirkt. Dennoch schmeckt das Produkt fast genauso wie normaler Haushaltszucker. Doch was macht Xylit so besonders?

Was ist Xylit?

Bei Xylit, das auch als Xylitol oder Birkenzucker bekannt ist, handelt es sich um ein Süßungsmittel, das aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen wird. Es sieht aus wie Zucker und schmeckt auch ähnlich süß. Anders sieht es hingegen mit der Kalorienzahl aus. Xylit enthält bis zu 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker und ist zudem auch noch besser für die Zähne.

Gleichzeitig kann es 1:1 für die Herstellung von Speisen hergenommen werden. Der Süßstoff, der aus Buchen- und Birkenrinden gewonnen wird, ist somit ein wahrer Allrounder. Allerdings ist bei der Dosierung ein wenig Vorsicht ratsam. Bei übermäßigem Verzehr kann Xylit nämlich durchaus abführend wirken. Daher ist es empfehlenswert, den Birkenzucker vor allem zu Beginn eher sparsam zu dosieren. Pro Portion sollte zunächst nicht mehr als 20 Gramm verwendet werden. Später kann Xylit auf 50 Gramm am Tag erhöht werden. Mehr sollten Menschen pro Tag jedoch besser nicht zu sich nehmen.

Insgesamt ist Xylit für Menschen eine gute Alternative zum industriell gefertigten Produkt. Somit kann der Birkenzucker durchaus in der Lage sein, die Gewichtsreduktion zu unterstützen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist mit Xylit absolut denkbar.

Allerdings solltest du den Ersatzzucker unbedingt von Tieren fernhalten. Ebenso wie Schokolade oder andere Lebensmittel, die nicht für Tiere bestimmt sind, ist Xylit sehr giftig für Hunde. Schon eine kleine Menge reicht aus, um dem Tier zu schaden und zum Tode zu führen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher auf Xylit im Haushalt auf jeden Fall verzichten.

Tipp

Rein chemisch ist Xylit mit Zucker zwar verwandt, wird aber vom menschlichen Organismus ganz anders verarbeitet. Daher ist der Birkenzucker tatsächlich besser für die Gesundheit.


Woher kommt Xylit?

Schon gegen Ende des 19. Jahrhundert konnten sich Menschen Xylit zunutze machen. Während des 2. Weltkrieges wurde das Gut jedoch sehr knapp. Weil in Skandinavien Zucker fast gar nicht mehr erhältlich war, wurde gern zu dem Ersatzzucker gegriffen. In den 70er Jahren erhielt das Produkt in unseren Gefilden wieder mehr Interesse. Nach und nach sickerten zudem viele positive Effekte von Xylit durch.

In Österreich sowie Deutschland ist Birkenzucker inzwischen in vielen Kaugummisorten und auch in Zahnpasta enthalten. Es kommt ebenso in medizinischen Bereichen gern zum Einsatz und kann dort für Infusionen für die intravenöse Nährstoffversorgung hilfreich sein. Im Norden Europas ist Xylit schon seit geraumer Zeit bekannt und beliebt. Es ist in nahezu jedem Geschäft käuflich und vor allem für Personen interessant und geeignet, die viel wert auf ihre Gesundheit legen.

Wie wird Xylit hergestellt?

Xylit kommt in einer Reihe von Pflanzen und Bäumen vor. Die Herstellung des käuflichen Produkts ist jedoch etwas komplexer. Denn der Stoff, aus dem Birkenzucker hergestellt wird, findet sich oftmals in Baumrinden oder Obst- sowie Gemüseschalen an. Dank eines aufwendigen Herstellungsverfahrens kann Xylit mittlerweile aus Holz, Maiskolben, Erdbeeren oder Zuckerrohrfasern gewonnen werden.

Dabei kommen in der Regel sehr hohe Temperaturen zum Einsatz, die gemeinsam mit Schwefelsäure und Natronlauge, das Xylit aus den Pflanzenstoffen extrahieren. In einer ersten Stufe entsteht dabei Xylose, das auch als Holzucker bekannt ist.

Durch Zugabe von reichlich Druck kann aus dem Holzzucker schließlich Xylit gewonnen werden. Es ist auch möglich, Xylose mithilfe von heißem Wasser zu extrahieren, um Birkenzucker zu erhalten. Diese Möglichkeit ist jedoch sehr aufwendig und bringt weniger den gewünschten Effekt.

Wie viel Kalorien sind in Xylit enthalten?

Xylit entscheidet sich in vielerlei Hinsicht von normalem Zucker. Es sieht zwar dem Haushaltzucker ähnlich und schmeckt ungefähr gleich süß, ist allerdings in einigen interessanten Punkten wesentlich gesünder.

Für Rezepte kannst du Xylit eins zu eins verwenden. Somit gelingt es weiterhin, ganz einfach dein Lieblingskuchenrezept oder Dessert zuzubereiten. Nur in kaltem Wasser löst sich der Birkenzucker weniger vorteilhaft auf. Da sich Xylit jedoch bei oraler Einnahme leicht kühlend und minzig darstellt, kommt es gerne für Kaugummis oder Zahnpflegeprodukte zur Verwendung.

Zudem ist der Zuckerersatzstoff sehr kalorienarm, was ihm weitere Beliebtheit verschafft. Während in 100 Gramm herkömmlicher Zucker um die 400 kcal stecken, sind in gleicher Menge Xylit lediglich 240 kcal enthalten. Wenn du also Gewicht abnehmen möchtest, ist Birkenzucker eine gute Alternative zum klassischen Zuckerprodukt.

Hinweis

Gemäß der Verbraucherschutzinitiative „Zusatzstoffe-Online“ gibt es für Birkenzucker in Lebensmitteln derzeit keine Höchstgrenze. In verschiedenen Produkten ist er jedoch oftmals als E967 gekennzeichnet.


Somit kannst du Xylit nicht nur in zuckerfreiem Kaugummi ausmachen, sondern auch in

  • Backwaren
  • Desserts
  • Fertigsaucen
  • Konfitüren
  • Senf
  • Speiseeis

und vieles mehr. Wenn du dich also gesünder ernähren und dennoch nicht auf gewisse Lebensmittel verzichten möchtest, findest du inzwischen einige Alternativoption im Handel vor. Das macht es dir leichter, zuverlässiger Gewicht zu verlieren, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Zwar ist Xylit etwas teurer als normaler Zucker, dennoch überwiegen die Vorteile in vielerlei Hinsicht.

Vorteile Xylit Nachteile Xylit
  • Sieht aus wie Zucker
  • Schmeckt wie Zucker
  • Ist kalorienärmer als Zucker
  • Ist in gut sortierten Lebensmittelgeschäften erhältlich
  • Lässt sich 1:1 wie Zucker verwenden
  • Ist ideal für die Gewichtsreduktion geeignet
  • Schadet nicht wie normaler Zucker den Zähnen
  • Ist sogar für Diabetiker geeignet
  • Sollte täglich nur in Maßen konsumiert werden
  • Ist etwas kostenintensiver als normaler Zucker


Kann ich mit Xylit erfolgreich abnehmen?

Xylit hat gegenüber normalem Haushaltszucker einen entscheidenden Vorteil: Er lässt den Blutzuckerspiegel nur minimal ansteigen und kann insulinunabhängig vom Körper verarbeitet werden. Der glykämische Index ist demnach sehr niedrig gehalten und liegt in etwa bei sieben.

Zum Vergleich: Traubenzucker bietet einen glykämischen Index von 100. Somit ist Xylit auf jeden Fall für Diabetiker geeignet, die auch gelegentlich süß schlemmen möchten.

Im Rahmen einer Ernährungsumstellung kann es daher sinnvoll sein, von Zucker auf Xylit umzusteigen. Da Xylit jedoch nur in gewissen Mengen pro Tag konsumiert werden sollte, muss auf jeden Fall die „Lust auf Süßes“ abtrainiert werden. Viele Menschen greifen ständig zu zuckerhalten Lebensmitteln. Das beginnt schon morgens bei der Zugabe von Süßstoffen in Kaffee oder Tee und endet abends beim Griff in die Chipstüte. Um jedoch erfolgreich abnehmen zu können, sollte Zucker nur noch bei Bedarf und in minimalen Mengen konsumiert werden.

Tipp

Wenn du abnehmen möchtest, solltest du sparsam zu Birkenzucker sowie zu anderen Süßungsmitteln greifen. Orientiere dich aber nicht nur an den Ersatzprodukten, sondern verwende vor allem die natürliche Süße von Obst oder Gemüsesorten.


Hat Xylit Nebenwirkungen?

Wie wir bereits erwähnt haben, solltest du Xylit am besten nur in Maßen verzehren. Nutzt du zu viel Birkenzucker, kann der Süßstoff eine abführende Wirkung haben. Dies geht nicht nur mit Durchfall einher, sondern auch mit Blähungen, Bauschmerzen oder Übelkeit.

Einige Menschen reagieren sehr empfindlich auf den Zuckerersatz und entwickeln sogar schon bei kleineren Mengen ein Magengrummeln.

Daher ist es ratsam, Xylit nur in überschaubaren Mengen zu verwenden. Eine Tagesdosis in Höhe von 20 Gramm ist für den Anfang vollkommen ausreichend. Später kann die Gesamtmenge auf 50 Gramm pro Tag erhöht werden. Mehr solltest du jedoch besser nicht konsumieren.

Ansonsten wird der Birkenzucker alles in allem von der EFSA (European Food Safetx Authority) als unbedenklich eingestuft. Du kannst Xylit also im empfohlenen Rahmen verwenden und somit Zucker allmählich ganz aus deinem Leben streichen.

Hinweis
Für Tiere gilt diese Maßgabe jedoch nicht. Für Hunde, Kaninchen und einigen weiteren Tieren ist Xylit sogar hochgiftig. Der Zuckerersatzstoff löst eine extreme Insulinausschüttung aus, was zum Tode führt. Daher ist Xylit an einem sicheren Ort aufzubewahren oder gar nicht zu verwenden, wenn sich Tiere im Haushalt befinden.


Wie gut ist Xylit für die Zahngesundheit?

Es gibt bereits einige Studien, die beweisen, dass Xylit eine antikariogene Wirkung auf Zähne hat. Zudem konnte festgestellt werden, dass

  • Birkenzucker die Plaqueentstehung um bis zu 70 Prozent minimiert.
  • Xylit die von Karies betroffenen Zähne unterstützt und den Zahnschmelz regenerieren kann.

In diesem Zusammenhang kann Birkenzucker über Lebensmittel, Zahnpasta oder Kaugummi aufgenommen werden. Das Resultat ist stets dasselbe, bringt aber freudige Erkenntnisse. Nichtsdestotrotz sollte die Zahnhygiene immer einen großen Stellenwert haben. Auch wenn du weniger zuckerhaltige Lebensmittel zu dir nimmst, solltest du zwei- bis dreimal täglich die Zähne putzen und deine Zähne mit Zahnseide oder Interdentalbürsten pflegen.

Fazit zu Xylit

Tatsächlich unterschätzen wir inzwischen unseren Zuckerkonsum. Wir nehmen es täglich zu uns, auch wenn wir denken, dass wir keinen Zucker verzehren. Zucker ist schließlich nicht nur in Süßwaren enthalten, sondern auch in

  • Obst
  • Gemüse
  • Backwaren
  • Ketchup und Saucen
  • Marmelade und Konfitüren
  • Müslis
  • Fertiggerichten

und vielen weiteren Lebensmitteln. Wenn du Zucker reduzieren möchtest, kannst du zu Xylit greifen. Doch denke daran, dass nur eine spezielle Menge am Tag vorteilhaft ist, um den Organismus nicht zu stark zu belasten.

Wenn du nicht gänzlich auf Zucker verzichten möchtest oder kannst, ist Xylit eine gute Alternative. Es hilft dir dabei, Gewicht zu reduzieren oder verschiedene Speisen zu süßen. Gleichzeitig schadet der Ersatzzucker nicht deinen Zähnen. Naschen ist somit gelegentlich erlaubt, wenn es allerdings in Grenzen geschieht.

Xylit entsteht unter Zugabe von Schwefelsäure. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, um Birkenzucker zu erzeugen, die je nach Hersteller und Menge variieren können. Achte am besten auf ein Produkt mit Bio-Siegel, um gentechnikfreies Xylit zu erhalten.

Xylit kann auf keinen Fall die tägliche Zahnpflege ersetzen. Auch wenn das Produkt nicht den Zähnen schadet, solltest du täglich zwei oder drei Mal die Zähne putzen und im Bedarfsfall auch Zahnseide oder Mundwasser verwenden.

Wenn du Xylit isst, wird dir ein leichter Kühlungseffekt auffallen, wie es bei Minzbonbon oder Minzkaugummi auch der Fall ist. Das liegt an der endothermen Reaktion mit Speichel, die beim Zusammentreffen mit Xylit entsteht.

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